Die Pusteblume

Die Euphorie hält an. Ich schwebe durch den Tag und trage in Gedanken schon das schneeweiße Hochzeitskleid. An Schlafen ist nicht mehr zu denken. Es gibt schließlich Wichtigeres zu tun. Die Gedanken kreisen. Es juckt mich vor Tatendrang. Vielleicht ist aber auch ein Juckreiz der völligen Übermüdung, der trockenen Heizungsluft oder eine Nebenwirkung der Tablettentherapie. Dann werde ich auch noch von einer fiesen Erkältung hingerafft, die mich auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Ich fühle mich kraftlos, Hals und Glieder schmerzen und die Nase läuft. Ich komme mir vor wie ein alter Dampfer auf halber Kraft.

Nächtliches Kopfkino

Am Abend gehe ich zu Bett und lese noch ein bisschen, um runter zufahren. Früher habe ich es nicht über drei Seiten hinaus geschafft, ohne dass mir die Augen zufielen. Heute lege ich das Buch aus Vernunft nach einem Kapitel weg und knipse das Licht aus. 24 Uhr. Ich bin total geschafft, aber tausend Gedanken halten mich auf Trapp.

Ich versuche abzuschalten. Meine Kopfhaut juckt, ich kratze und drehe mich auf die rechte Seite. Jetzt kribbelt es auf dem Rücken, ich setze mich auf und kratze mich wieder. Ich lege mich nun auf die linke Seite. So kann ich nicht liegen, die Narbe zieht, ich suche eine neue Position für meinen Arm. Dann ist meine Nase verstopft, der Hals tut auch weh. Ich nehme Nasentropfen und lutsche eine Halstablette. Meine Gedanken kreisen um alles und nichts und ich komme einfach nicht zur Ruhe. Wahrscheinlich nicke ich immer Mal weg, ertappe mich dann aber wieder beim Rumdrehen, Kratzen, Decke ordnen und Kissen knautschen. Es hilft alles nichts, ich kann einfach nicht schlafen. 2:30 Uhr nachts. Ich stehe auf, gehe zur Toilette, surfe eine Stunde lang im Internet, lege mich wieder hin, drehe, kratzte, setze mich, gehe wieder zur Toilette. Ich lege mich vor den Fernseher. 6 Uhr morgens - Frühstücksfernsehen. Dann endlich vor lauter Unterhaltung schlafe ich endlich ein und bin zum ersten Mal in dieser „Nacht“ völlig ruhig und gedankenfrei. Gegen 10 Uhr weckt mich Tobias. Ich bin müde, total platt und mir brummt der Schädel. Ich will einfach nur schlafen. Um 12 Uhr hieve ich meinen Kadaver endlich aus dem Bett, schleppe mich zum Frühstückstisch und glotze eine halbe Stunde lang aus dem Fenster bei anderthalb Brötchen. Erst nach einer wohltuenden Dusche fühle ich mich etwas besser und zwinge mich zu ein paar häuslichen Tätigkeiten. Um 17 Uhr bin ich dann endlich ansprechbar, ohne gleich pampig zu werden. Den Abend verbringe ich mit e- Mails schreiben und Fernsehen, bevor das Grauen von neuem beginnt. Was für ein sinnloser Tag.

Nach anstrengenden drei Wochen scheine ich meine Erkältung endlich im Griff zu haben und spüre erstmals neue Lebensgeister in mir aufsteigen. Und das Wichtigste: Ich kann wieder einigermaßen schlafen. Noch brauche ich etwa zwei Stunden, bevor ich wirklich zur Ruhe komme, manchmal werde ich nachts noch einmal wach und das Ganze beginnt von vorne. Aber dann falle ich in tiefe Träume.

Check No. 2

Vorletzten Dienstag hatte ich nach einem Monat Iressa meine zweite Kontrolluntersuchung. Für vorherige Nervosität habe ich diesmal keine Kraft. Ich gehe zum Lunge-Röntgen und werde dann direkt von der Schwester ins Behandlungszimmer geschleust. Ob ich die jüngste Patientin hier bin? Ich genieße meine Sonderstellung und spüre die giftigen Blicke der Rentner in meinem Rücken.
Wir vergleichen das alte mit dem neuen Röntgenbild. Ich kann auf den ersten Blick keinen Unterschied feststellen. Meine Ärztin meint jedoch zu erkennen, dass sich der Tumor bereits zum Positiven verändert hat. Er scheint nicht mehr so massiv und kompakt zu sein und erinnert mich irgendwie an eine Pusteblume. Ich denke: Dir werd ich was pusten und freue mich ohne übermäßige Euphorie über das Ergebnis. In einem Monat soll dann eine Computertomographie (CT) scheibchenweise Aufschluss über Tumor und Metastasen geben. Bis dahin puste ich fleißig weiter, damit sich das Unkraut in mir in alle Winde zerstreut.

Kommentare   

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extensively from the Usa and U.K. previous this 30 days.

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The expansion in the beta brings assist for an extended listing of different languages to help you
bolster that overseas user friendliness
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0 #2 Schwiegermutter gefluesterBen benjamin-erik@web.de 2014-06-19 09:04
Dienstag, den 10. November 2009 um 13:35 Uhr
Heidi

Hallo Tanja, habe gerade festgestellt, dass du wieder einen Bericht geschrieben hast.
Wir kennen ja bereits die Neuigkeiten, aber ich wollte dir trotzdem ein paar Zeilen schreiben.
Wir werden den Gegner gemeinsam schon in die Knie zwingen, auch wenn es erst in der 12. Runde sein sollte; wie du siehst schwächelt er bereits in der 2. schon.
Manchamal braucht man einen langen Atem, um den Gegner zu bezwingen, aber den hast du doch schon bewiesen.

Wir sehen uns spätestens am 06.12.09 mit neuen positiven Botschaften von dir.
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0 #1 hi tanjaBen benjamin-erik@web.de 2014-06-19 09:04
Montag, den 16. November 2009 um 10:56 Uhr
cw

na, das liest sich doch wirklich alles ganz viel versprechend.
während tobias zur attacke bläst, hat der krebs also seinen riesen fehler eingesehen und langsam den rückzug angetreten. weiter so!!!

ich hoffe, die hochzeitsplanun gen erlauben kleine verschnaufpause n, sodass ihr nächstes wochenende auf wolke 7 in halle einschweben könnt.
würde mich natürlich sehr freuen.

bis dahin viel puste und liebe grüsse. carsten

ps.: vorsicht, mit flug auf wolke 7 richtung halle überquert ihr das flughafengeländ e. erhöhter luftverkehr!
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